Tiermedizinische Interessen – Armdrücken der Berufsvertretungen von Tierärztinnen und Tierärzten
21 Jun 2021

Tiermedizinische Interessen – Armdrücken der Berufsvertretungen von Tierärztinnen und Tierärzten

Das „Armdrücken“ der Berufsverbände: Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) hat am 18. Juni 2021 einen offiziellen Kommentar zu den Anmerkungen des Bund angestellter Tierärzte (BaT) und des Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken (VUK) – zum Korporativ-Vertrag bpt/AniCura – veröffentlicht.

Der bpt wirft dem BaT und VUK vor, in öffentlichen Foren den Tierärztemangel und die schlechten Arbeitsbedingungen in der Praxis zu beklagen, ohne jedoch selbst konkret etwas dagegen zu unternehmen und damit die Interessen der eigenen Mitglieder zu vertreten. Trotz jahrelanger Ankündigungen gäbe es nach wie vor keinen Tarifvertrag für die angestellten Tierärztinnen und Tierärzte – so der bpt.

Auch zu den vor allem für die Kleintierpraxis und kleinen Praxen brennenden berufspolitischen Themen, wie dem Tierarzneimittelgesetz (TAMG) oder den notwendigen Reformen von Gebüh- renordnung (GOT) und Approbationsverordnung (TAppV) sei vom BaT und vom VUK nichts zu hören. Stattdessen würde der zwischen bpt und AniCura verhandelte Korporativ-Vertrag kritisiert und dem bpt unterstellt, gegen die eigene Satzung und die Interessen der kleinen Praxen zu verstoßen.

Download : Vollständiger Kommentar des bpt zu den Anmerkungen von BaT (6. Juni) und VUK (15. Juni 2021) zum Korporativ-Vertrag bpt/AniCura – Hier klicken!

Der Bat hat auf seiner Website ein Statement zu der Kooperation zwischen dem bpt und AniCura veröffentlicht.

Meine Meinung: Tierärztinnen und Tierärzte brauchen – mehr denn je – die Geschlossenheit bei der Vertretung der Interessen in der Öffentlichkeit. Die Branche entwickelt sich rasant, Strukturen verändern sich, es herrscht Fachkräftemangel, zahlreiche neue Strukturen erobern Bereiche die bisher ausschliesslich Tierärztinnen und Tierärzten vorbehalten war. Herausforderungen gibt es somit mehr als Genug.

Man kann und darf durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Ob unterschiedliche Standpunkte und Interessen jedoch sinnvoll in der Öffentlichkeit diskutiert werden müssen, darf hinterfragt werden. Am Ende gehören dabei nämlich alle beteiligten und damit der gesamte Berufsstand zu den Verlierern.

Haitis Nationalmotto lautet: „L’Union Fait La Force“ (französisch für „Einigkeit macht Stärke“). Ein Motto, das einem Berufsstand – der immer mehr Gruppen und Subgruppen zu bilden scheint – sehr zuträglich sein dürfte. Dabei ist jeder gefragt! Wie das geht? Anregungen dazu finden sich in unserem Beitrag „Das Image der Tiermedizin – Zeit für einen Wandel!“

 

Viele Grüße und eine stets erfolgreiche Zeit

Raphael M. Witte und das RUHMservice-Team

P.S.: Ich freue mich über Ihre Anregungen für einen Imagewandel in der Tiermedizin und Feedback zu diesem Beitrag. Nutzen Sie dazu einfach die Kommentarfunktion oder das Ruhmservice-Kontaktformular für eine persönliche Nachricht.


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